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Wir sind nicht sprachlos!

Über 19.000 Unterschriften wurden gesammelt, um Kindern mit Hörbehinderung zu ihrem Recht auf Gebärdensprache und gleichwertigen Bildungschancen zu verhelfen.

Den meisten hörbehinderten Kindern in Deutschland wird keine Gebärdensprache angeboten.

Angesichts eines Bildungs- und Fördersystems, das seit Jahrzehnten hinnimmt, dass Kinder mit Hörbehinderung die Kommunikation und Bildungsinhalte nur in Bruchteilen verstehen, sind wir als Eltern und involvierte Fachkräfte immer wieder sprachlos.

Doch diese Kinder haben ein Recht auf eine Sprache, in der sie unabhängig von ihrer Hörbehinderung verstehen und sich ausdrücken können: die Deutsche Gebärdensprache (DGS).

Daher starteten Eltern und Fachkräfte gemeinsam eine Petition. Mehr als 19.000 Menschen haben diese bereits unterschrieben. Die Unterschriften werden an die Petitionsausschüsse des Deutschen Bundestags und der Bundesländer übergeben. Um unsere Anliegen verständlicher zu machen, haben wir die vorliegende Broschüre erstellt. Diese fasst die aktuelle Sachlage, unsere Forderungen und Anregungen zu bilingualer Bildung in der Zukunft zusammen.

Familien und Fachkräfte haben hier ehrenamtlich zusammengewirkt, um Licht auf eine Schattenseite deutscher Bildungs- und Förderpraxis zu werfen. Wir möchten, dass Sie davon erfahren, denn Sie alle können dazu beitragen, die bestehenden Strukturen zu verändern.

Magdalena Stenzel (Initiatorin)
Dresden, 17. Juni 2019

„Bei hörbeeinträchtigten Kindern mit Cochlea-Implantat ist Zweisprachigkeit mit gebärdeter und gesprochener Sprache der sicherste Weg in die Sprache. Es darf kein Kind ohne Sprache geben. Und es liegt an uns, dafür zu sorgen!"

Prof. Gisela Szagun, Expertin für kindlichen Spracherwerb (2018)

Wussten Sie, dass …

  • … zwei bis drei von 1.000 Kindern in den Industrieländern mit einem sensorineuralen Hörverlust geboren werden. Die Zahl der Betroffenen nimmt im Verlauf der Kindheit durch verschiedene Ursachen zu.
  • … sechs bis sieben von 1.000 Kindern im Schulalter eine Hörbehinderung haben (vgl. Humphries 2012; KVB/Ptok 2007).
  • … ca. 9 von 10 Kindern mit Hörbehinderung Eltern haben, die gut hören und zumeist nicht gebärden können. (Landesverband der Gehörlosen Hessen e.V., o. J.)

Kinder sind dem Risiko ausgesetzt, in einem Bildungssystem aufzuwachsen, das nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht. Beenden Sie diesen Zustand!

Bauen Sie geeignete Strukturen auf, die den Kindern ein ungehindertes Aufwachsen ermöglichen – mit der Gebärdensprache als gleichwertiger Sprache neben Deutsch in Schrift- und Lautsprache.

Eltern aus ganz Deutschland haben sich zusammengeschlossen und möchten mit Ihnen in einen Dialog treten. Die Petition „Gebärdensprache umsetzen!" ist ein Anfang: Schon über 19.000 Menschen unterstützen unser Anliegen.

Die Unterzeichner sind einsehbar unter: www.openpetition.de/!gehoerlosekinder

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